Die Wirkung von Farben bei Produktverpackungen
Bei der Gestaltung von Packungsbeilagen kommt es auch auf die richtige Farbwahl an. Lesen Sie, über die Wirkung von Farben und wie Sie Farben bei der Gestaltung von Produktverpackungen am Besten nutzen.

Die Psychologie der Farben
Jede Farbe hat eine spezifische psychologische Wirkung auf den Betrachter. Bei der Gestaltung von ansprechenden Packungsbeilagen und guten Produktverpackungen kann gezielt mit dieser Wirkung gearbeitet werden. Grundsätzlich ist angeraten, den Einsatz von Farbe sparsam zu dosieren. So wirken die unterschiedlichen Farben:
- | Rot: symbolisiert Leidenschaft, Energie und Aufmerksamkeit. In Packungsbeilagen kann Rot verwendet werden, um auf Gefahren hinzuweisen oder die Aufmerksamkeit auf wichtige Informationen zu lenken.
- | Blau: vermittelt Vertrauen, Ruhe und Professionalität. Blau eignet sich gut für medizinische oder technische Packungsbeilagen, bei denen Seriosität und Zuverlässigkeit gefragt sind.
- | Grün: steht für Natur, Wachstum und Nachhaltigkeit. Bei umweltfreundlichen oder ökologischen Produkten ist Grün eine gute Wahl für die Gestaltung von ansprechenden Packungsbeilagen.
- | Gelb: erzeugt Optimismus, Glück und Energie. Gelb eignet sich hervorragend, um positive Emotionen hervorzurufen und den Betrachter zu ermutigen.
- | Schwarz: verkörpert Eleganz, Luxus und Stärke. Schwarz ist die Basisfarbe für Mengentext.
Die Wirkung von Farbkontrasten
Der Kontrast zwischen verschiedenen Farben ist entscheidend für die Lesbarkeit und Wirkung von ansprechenden Packungsbeilagen. So können starke Farbkontraste dazu beitragen, den Fokus auf bestimmte Elemente wie Warn- oder Anwendungshinweise zu lenken, während der Einsatz von komplementären Farben ein harmonisches und ausgewogenes Design erzeugt.
Farben richtig einsetzen
- Definieren Sie eine Farbpalette: Eine kohärente Farbpalette hilft, ein einheitliches Erscheinungsbild zu erzielen und die Wiedererkennbarkeit Ihrer Marke zu verbessern. Stellen Sie sicher, dass Ihre Farbpalette sowohl für das Print- als auch für das Digitaldesign funktioniert.
- Verwenden Sie Farben sehr sparsam: Zu viele Farben können das Design überladen und die Lesbarkeit beeinträchtigen. Setzen Sie Farben gezielt ein, um Akzente zu setzen und wichtige Informationen hervorzuheben.
- Berücksichtigen Sie die Zielgruppe: Die Wirkung von Farben kann von Kultur zu Kultur unterschiedlich sein. Stellen Sie sicher, dass Ihre Farbwahl die Bedürfnisse und Vorlieben Ihrer Zielgruppe berücksichtigt, um ansprechende Packungsbeilagen zu erstellen.
- Achten Sie auf die Lesbarkeit: Wählen Sie Farben, die einen guten Kontrast zum Hintergrund bieten und sicherstellen, dass der Text leicht lesbar ist. Schwarz auf weißem Papier ist die beste Basis. Achten Sie darauf, dass kleine Textelemente, wie Dosierungsanweisungen oder Warnhinweise, klar und deutlich erkennbar sind.
- Konsistenz beibehalten: Achten Sie darauf, dass die verwendeten Farben mit dem Gesamterscheinungsbild des Produktes und der Verpackung übereinstimmen. Eine konsistente Farbgebung trägt dazu bei, das Vertrauen der Verbraucher in das Produkt zu stärken und die Wiedererkennbarkeit der Marke zu erhöhen.
- Beachten Sie die gesetzlichen Vorschriften: Es gibt gesetzliche Vorschriften bezüglich der Verwendung von Farben in Packungsbeilagen, insbesondere bei Medikamenten oder Sicherheitshinweisen. Stellen Sie sicher, dass Ihre Farbwahl diesen Vorschriften entspricht.
Fazit
Packungsbeilagen vermitteln wichtige Informationen. Schwarze Schrift auf mattem, weißem Papier ist am besten lesbar. Farbe sollte immer sparsam verwendet werden. Wenn die Designer Farbpsychologie, Kontrast, Zielgruppenbedürfnisse und Lesbarkeit beachten, entstehen effektive und ansprechende Packungsbeilagen, die sowohl informativ als auch visuell ansprechend sind. Wenn Sie Ihre nächste Produktverpackung gestalten, lassen Sie sich von den Grafikern bei "Die Pharmadrucker" unterstützen.

Behörden- und Zollperspektive: Welche Merkmale Fälschungen schneller auffliegen lassen
Zollstellen und Aufsichtsbehörden arbeiten im Alltag mit knappen Zeitfenstern: Verdachtsmomente müssen schnell erhärtet oder entkräftet werden – oft direkt am Wareneingang, im Lager oder an der Grenze. Entscheidend sind deshalb Merkmale, die vor Ort prüfbar sind: Serialisierung (2D-Code), Erstöffnungsschutz, Druck- und Datenkonsistenz sowie zusätzliche Sicherheitsfeatures. Dieser Beitrag ordnet die wichtigsten „Auffälligkeitsmerkmale“ ein – entlang der EU-Vorgaben und aus Praxisperspektive.

Regulatorischer Rahmen: Was Behörden voraussetzen dürfen
FMD + Delegierte Verordnung – die Basis für Sicherheitsmerkmale
Die rechtliche Grundlage zur Eindämmung falsifizierter Arzneimittel in der legalen Lieferkette ist die Richtlinie 2011/62/EU (Falsified Medicines Directive, „FMD“) als Änderung des EU-Arzneimittelrechts.
Die konkrete Ausgestaltung der Sicherheitsmerkmale auf der Packung regelt die Delegierte Verordnung (EU) 2016/161 – inklusive Anforderungen an Unique Identifier (2D-DataMatrix) und Vorrichtung gegen Manipulation (ATD).
Seit 9. Februar 2019 gilt: Für die meisten verschreibungspflichtigen Humanarzneimittel (Ausnahmen sind in den Anhängen geregelt) müssen diese Merkmale auf der äußeren Verpackung vorhanden sein.
Wichtig für die Praxis: In Kontrollen zählt nicht nur „vorhanden“, sondern „funktional und plausibel“ – also scannbar, konsistent und beim ATD manipulationsanzeigend.
Ergänzend: Online-Handel als Risikofeld
Für Verbraucher- und Marktüberwachung relevant ist zudem das EU-Logo für legale Online-Apotheken. Fehlende oder inkonsistente Nutzung kann – je nach Kontext und Vertriebsweg – ein Risikosignal sein.
Medizinprodukte: anderes System – UDI unter MDR
Bei Medizinprodukten ist der Mechanismus ein anderer: Hier steht die UDI (Unique Device Identifier) unter der MDR im Zentrum der Rückverfolgbarkeit (Label und höhere Verpackungsebenen).

Die „Schnellprüf-Merkmale“: Was Zoll & Behörden zuerst auffällt
Behörden prüfen in der Regel stufenweise: Sekunden-Check (sichtbar), Scan-Check (lesbar), Plausibilitäts-Check (stimmt es zusammen?), dann erst Vertiefung.
Erstöffnungsschutz (ATD): Manipulation muss sichtbar sein
Der ATD ist der klassische „Sekunden-Check“. Verdächtig wirken u. a.:
- Siegel/Etiketten, die rückstandsfrei abgehen, obwohl eine zerstörende Öffnung zu erwarten ist
- Perforationen/Sollbruchstellen, die unsauber wirken oder sich „zu leicht“ öffnen lassen
- Klebungen, die nachträglich gelöst und neu verklebt aussehen
Behördenlogik: Ein ATD ist nur so gut wie seine Irreversibilität – alles, was „reparierbar“ wirkt, erhöht den Verdacht.
Unique Identifier (2D-DataMatrix): Scannbarkeit + Plausibilität
Beim Scan zählen vor allem zwei Dinge:
- Codequalität / Lesbarkeit: Kontrast, Kanten, Verzug, Beschädigung – auch durch Lackierung, Falzen oder Abrieb. Für die objektive Bewertung von 2D-Codes wird in der Praxis häufig nach ISO/IEC 15415 verifiziert/klassifiziert (Qualitätsgrade).
- Datenlogik: Der Unique Identifier umfasst definierte Datenelemente (u. a. Produktcode, Seriennummer; weitere Elemente wie Charge und Verfall sind regulatorisch vorgesehen/üblich).
Praxispunkt: Wenn Codes auf Anhieb nicht zuverlässig scannbar sind, wird aus einem Routinevorgang schnell eine zeitintensive Einzelfallprüfung.
„Mismatch“-Signale: Wenn Angaben nicht zusammenpassen
Häufige Auslöser für Vertiefung sind:
- Charge/Verfalldatum im Klartext weichen von Codeinhalt oder Dokumenten ab
- Seriennummern-Muster sind unplausibel (Wiederholungen in einer Sendung, „zu regelmäßige“ Sequenzen)
- Sprach-/Ländervarianten passen nicht zum Zielmarkt oder Importkontext
Nicht jede Abweichung bedeutet automatisch „Fälschung“ – aber jede Abweichung ist ein Risikohinweis, der Zeit kostet.
Druckbild & Material: „Low-Tech“, aber treffsicher
Viele Fälschungen scheitern an reproduzierbarer Qualität – erkennbar etwa an:
- verwaschenen Schriften, falscher Typografie, unruhigen Flächen
- Farb-/Registerabweichungen, „billiger“ Haptik, abweichendem Kartonverhalten
- Pflichtangaben, die unvollständig, untypisch platziert oder schlecht lesbar sind
Gerade weil Zoll und Behörden häufig mit Referenzmustern arbeiten, sind Abweichungen von Spezifikationen ein starker Trigger.
Offene & verdeckte Sicherheitsmerkmale: Schnelltest mit UV – oder mit Referenz
Über die Mindestvorgaben hinaus setzen Hersteller Zusatzmerkmale ein, die Kontrollen beschleunigen können – wenn sie standardisiert prüfbar sind:
- Offen (sichtbar): Mikrotext, Guilloche-Muster, optisch variable Farben (OVI), thermochrome Effekte
- Verdeckt (nur mit Hilfsmittel): UV-Fluoreszenzen/Pigmente, Hidden Images, digitale Wasserzeichen mit Prüftools
Als allgemeiner Bewertungsrahmen für Authentifizierungslösungen wird häufig ISO 12931 herangezogen (Leistungskriterien/Evaluationslogik).
Was Hersteller konkret tun können – „behördentauglich“ nach Vorschrift
Codequalität absichern – auch nach Weiterverarbeitung
- Druck- und Weiterverarbeitungsparameter so auslegen, dass DataMatrix-Codes dauerhaft scanbar bleiben (Falzen, Lack, Abrieb, Transport).
- Qualitätsprüfung nach etablierten Kriterien (z. B. ISO/IEC 15415) als Inline- oder Stichprobenkonzept.
ATD konsequent irreversibel auslegen
- Mechanik/Material so wählen, dass Öffnung nicht „spurlos“ möglich ist.
- Positionierung so definieren, dass Manipulation nicht in „toten Zonen“ verborgen bleibt.
Datenkonsistenz prozessual erzwingen
- Single Source of Truth für variable Daten (Seriennummern, Charge, Verfall, Länder-/Sprachvarianten).
- Dokumentierte Freigaben: Layout-Versionen, Artwork-Stand, Änderungshistorie.
Zusatzmerkmale gezielt einsetzen – nicht „Feature-Overkill“
- Lieber wenige Merkmale, die im Feld wirklich geprüft werden können (z. B. UV + Mikrotext + digitale Verifikation), als ein unübersichtlicher Mix.
- Referenzprüfung ermöglichen: definierte Position, klare Prüfanweisung, geschützte Referenzmuster.
Rückverfolgbarkeit & Dokumentation: Prüfbar heißt auch nachvollziehbar
- Prüfprotokolle, Archivierung, eindeutige Zuordnung Auftrag ↔ Charge ↔ Datenstand ↔ Freigabe.
- Das reduziert Abweichungen, die sonst als Verdachtsindikator wirken – und spart allen Beteiligten Zeit.

Einordnung aus unserer Praxis bei den Pharmadruckern
Aus unserer Sicht ist Fälschungsschutz dann am wirksamsten, wenn Regulatorik und Produktionsrealität zusammenpassen: Serialisierung und ATD als belastbare Basis – ergänzt um wenige, behördlich gut prüfbare Zusatzmerkmale – und getragen von stabilen, GMP-orientierten Druck- und Freigabeprozessen.Gerade bei variablen Daten (Chargen, Länder, Sprachen, Serialisierung) spielt digitaler Inkjet-/Digitaldruck seine Stärken aus: datengetrieben, flexibel und mit integrierbarer Inline-Prüfung – also geeignet, Sicherheitsanforderungen skalierbar umzusetzen, ohne die Prozesssicherheit zu opfern.
Checkliste: 10 Punkte für QS/Regulatory (Quick-Audit)
- ATD ist irreversibel bei Erstöffnung
- DataMatrix ist scannbar – auch nach Weiterverarbeitung
- Klartextdaten = Codeinhalt = Dokumente (Charge/Verfall/Produkt)
- Pflichtangaben vollständig und korrekt platziert
- Layout-Version freigegeben und dokumentiert
- Material/Haptik konsistent zur Spezifikation
- Inline-Kontrollen (Kamera/Scanner) für Text, Position, Code
- Rückverfolgbarkeit: Auftrag ↔ Charge ↔ Archiv
- Zusatzmerkmale (UV/Mikrotext/Wasserzeichen) mit Referenzprüfung
- Schulungs-/Referenzunterlagen für interne und externe Prüfungen
Weltweiter Kontext: Warum „praktisch prüfbar“ zählt
Die WHO weist darauf hin, dass substandardisierte oder falsifizierte Produkte weltweit vorkommen – besonders betroffen sind Länder mit niedrigem und mittlerem Einkommen; als Richtwert wird häufig „mindestens 1 von 10“ genannt.
Umso wichtiger ist, dass Verpackungen in regulierten Märkten nicht nur formal korrekt sind, sondern im Alltag schnell und zuverlässig prüfbar – damit Kontrollen wirksam sind und Lieferketten nicht durch vermeidbare Unklarheiten ausgebremst werden.
Bilder: Die Pharmadrucker

